08 · Software & Entwicklungsgrundlagen
AP1, AP2Auch als Systemintegrator musst du Code lesen, Abläufe strukturieren und mit Datenbanken umgehen – SQL und ER-Modelle sind BW-Wiederkehrer.
08.1 · Softwarekategorien
AP1gelegentlichSoftware lässt sich zunächst grob nach ihrer Rolle im System einteilen, und für jede Anschaffung stellt sich zusätzlich die Frage, ob eine fertige Standardlösung reicht oder eine Individualentwicklung nötig ist.
- Systemsoftware (BS, Treiber, Firmware) – Anwendungssoftware (Office, Browser) – Branchenlösungen (ERP = Ressourcenplanung, CRM = Kundenverwaltung, DMS = Dokumentenmanagement).
- Standard- vs. Individualsoftware – die Klassiker-Abwägung:
Mittelweg: Standard mit Customizing.Standard Individual Preis günstiger höher Verfügbarkeit sofort später Wartung durch Hersteller dauerhaft selbst Passgenauigkeit passt nie zu 100 % passt exakt
08.2 · Programmiergrundlagen & Pseudocode
AP1, AP2regelmäßigBausteine jedes Programms: Sequenz (nacheinander), Verzweigung (wenn/sonst), Schleife (kopfgesteuert: solange … / fußgesteuert: wiederhole … bis), dazu Variablen mit Datentypen (Ganzzahl, Gleitkomma, Zeichenkette, Boolesch) und Funktionen mit Parametern/Rückgabe. Darstellung in der Prüfung: Pseudocode, Struktogramm (Nassi-Shneiderman) oder PAP.
Compiler übersetzt einmal komplett in Maschinencode (C, Go – schnell zur Laufzeit); Interpreter führt Zeile für Zeile aus (Python, Shell – flexibel, langsamer); Zwischenformen mit Bytecode (Java, C#). Aufgabenformat BW: gegebenen Codeausschnitt „ablaufen lassen“ und die Ausgabe bestimmen – üben!
08.3 · UML im Schnelldurchlauf
AP1, AP2gelegentlichUML-Diagramme stellen unterschiedliche Aspekte eines Softwaresystems grafisch dar – von den Akteuren, die es nutzen, bis zum zeitlichen Ablauf einer Kommunikation.
| Diagramm | zeigt | typische Frage |
|---|---|---|
| Use-Case | Akteure + Anwendungsfälle (Ellipsen) | „Wer nutzt was?“ |
| Klassendiagramm | Klassen, Attribute, Methoden, Beziehungen (Vererbung u. a.) | Struktur ergänzen |
| Aktivitätsdiagramm | Ablauf mit Entscheidungen (Rauten), parallelen Zweigen | Prozess modellieren |
| Sequenzdiagramm | zeitliche Nachrichtenfolge zwischen Objekten | Kommunikationsablauf lesen |
08.4 · Datenbanken: ER-Modell & Normalisierung
AP1, AP2regelmäßigEine Datenbank wird zunächst als ER-Modell entworfen, das Entitäten und ihre Beziehungen zueinander festhält, bevor daraus die eigentlichen Tabellen abgeleitet werden.
- ER-Modell: Entitäten (Kunde, Gerät), Attribute, Beziehungen mit Kardinalitäten 1:1, 1:n, n:m. Eine n:m-Beziehung braucht beim Überführen in Tabellen eine Zwischentabelle mit zwei Fremdschlüsseln.
- Schlüssel: Primärschlüssel identifiziert eindeutig; Fremdschlüssel verweist auf den Primärschlüssel einer anderen Tabelle (referenzielle Integrität).
08.5 · SQL-Grundlagen
AP1, AP2regelmäßigSQL ist die Standardsprache, um Daten aus einer relationalen Datenbank abzufragen und zu verändern – die Reihenfolge, in der eine Abfrage tatsächlich verarbeitet wird, weicht dabei von der Schreibreihenfolge ab.
- Reihenfolge merken: FROM/JOIN → WHERE → GROUP BY → HAVING → SELECT → ORDER BY.
- JOIN-Arten: INNER (nur Übereinstimmungen), LEFT (alle links, rechts ggf. NULL) – der Unterschied ist eine beliebte Punktefrage.
- Schreibend: INSERT INTO … VALUES, UPDATE … SET … WHERE (ohne WHERE = alle Zeilen!), DELETE FROM … WHERE.
- Aggregate: COUNT, SUM, AVG, MIN, MAX.
08.6 · Skripting & Automatisierung
AP2RahmenplangelegentlichWiederkehrende Admin-Aufgaben gehören in Skripte: reproduzierbar, dokumentiert, zeitgesteuert (cron unter Linux, Aufgabenplanung unter Windows). Typische Kandidaten: Backups anstoßen, Logs rotieren, Benutzer anlegen, Berichte erzeugen.
Für die Prüfung zählt das Prinzip (Variablen, Schleife, Bedingung, Exit-Codes) und die Begründung: weniger Fehler, Zeitersparnis, Nachvollziehbarkeit – nicht Syntaxdetails.
08.7 · Eigene Notizen
ungeprüftPlatz für das, was in Unterricht und Praktikum dazukommt. Abschnitt kopieren, Inhalt eintragen, später das Belegzeichen austauschen – System siehe Legende.