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05 · Server, Virtualisierung & Cloud

AP2

Das Herz der AP2-Bereiche „Konzeption und Administration von IT-Systemen“. RAID-Rechnungen und Virtualisierungs-Abwägungen sind Standardaufgaben.

05.1 · Virtualisierung: Hypervisor & Container

AP2regelmäßig

Virtualisierung und Container erlauben es, mehrere isolierte Umgebungen auf derselben physischen Hardware zu betreiben – sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel vom Betriebssystem sie mitbringen und wie stark sie voneinander abgeschottet sind.

Typ 1 (bare metal)Typ 2 (hosted)Container
läuft aufdirekt auf Hardwareals Programm im Host-BSim Kernel des Host-BS
BeispieleESXi, Hyper-V, ProxmoxVirtualBox, VMware WorkstationDocker, Podman, LXC
Gastvollständige VM, eigenes BSnur App + Bibliotheken, teilt den Kernel
StärkeProduktion, PerformanceTest/Entwicklungleichtgewichtig, startet in Sekunden, portabel

Warum virtualisieren? Serverkonsolidierung (bessere Auslastung, weniger Blech, Strom, Platz), Snapshots vor Updates, einfache Wiederherstellung, Live-Migration, Testumgebungen. Grenzen von Containern: gemeinsamer Kernel → schwächere Isolation als VMs, kein anderes Gast-BS.

Begründungsaufgabe-Klassiker: „VM oder Container für Dienst X?“ – Ganzes fremdes BS oder starke Isolation nötig → VM. Gleiche Plattform, viele kleine Dienste, schnelle Deployments → Container. (Dein NAS macht beides.)

Vergleich Typ-1-Hypervisor direkt auf der Hardware gegen Typ-2-Hypervisor auf einem Wirtsbetriebssystem, jeweils mit den Vorteilen.
Typ 1 sitzt direkt auf der Hardware, Typ 2 auf einem Wirtsbetriebssystem – mit den Vorteilen beider Seiten.
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05.2 · Cloud-Modelle

AP1, AP2regelmäßig

Cloud-Angebote unterscheiden sich darin, wie viel Verwaltung der Anbieter übernimmt und wie viel beim Kunden bleibt – von der reinen Infrastruktur bis zur fertigen Anwendung.

ModellAnbieter liefertDu verwaltestBeispiel
IaaSRechenleistung, Speicher, NetzBS, Middleware, AppEC2, Azure VM
PaaS+ Laufzeitumgebungnur die AnwendungApp-Hosting, Managed DB
SaaSfertige Anwendungnur KonfigurationMicrosoft 365, Webmail

Bereitstellung: Public (geteilte Anbieter-Infrastruktur), Private (eigene, exklusiv – auch on-prem), Hybrid (Kombination, z. B. Backup in die Cloud), Community. Shared Responsibility: der Anbieter sichert die Cloud, der Kunde seine Daten, Konten und Konfiguration.

Abwägung Cloud vs. On-Premises (beliebte Konzeptaufgabe): Skalierbarkeit, keine Anfangsinvestition (OpEx statt CapEx), Verfügbarkeit und Wartung durch Anbieter – gegen laufende Kosten, Datenschutz/Datenstandort (DSGVO!), Internetabhängigkeit, Vendor-Lock-in.

05.3 · RAID – mit Rechenweg

AP2Häufig

RAID verteilt Daten über mehrere Festplatten, um Ausfallsicherheit, Tempo oder beides zu gewinnen – je nach Level auf Kosten unterschiedlich viel nutzbarer Kapazität.

LevelPrinzipmin.NettoAusfälleEinsatz
RAID 0Striping2100 %keinennur Tempo
RAID 1Spiegelung250 %1Systemplatten
RAID 5+ 1× Parität3(n−1)/n1Standard-Datengrab
RAID 6+ 2× Parität4(n−2)/n2große Arrays
RAID 10Spiegel + Striping450 %1 je PaarDB, schnell + sicher

RAID 0: nie für wichtige Daten. RAID 6: großer Rebuild-Aufwand.

Beispiel: 6 Platten à 4 TB = 24 TB brutto RAID 5: (6−1) ÷ 6 = 0,83 → 83 % nutzbar 24 TB · 0,83 ≈ 20 TB nutzbar 1 Platte darf ausfallen RAID 6: (6−2) ÷ 6 = 0,67 → 67 % nutzbar 24 TB · 0,67 ≈ 16 TB nutzbar 2 Platten dürfen ausfallen RAID 10: 50 % nutzbar 24 TB · 0,5 = 12 TB nutzbar
Merksatz für die Prüfung: RAID ersetzt kein Backup! RAID schützt vor Plattenausfall – nicht vor Löschen, Ransomware, Blitzschlag oder Diebstahl. JBOD ist gar kein RAID (nur aneinandergehängte Platten). Hot Spare = Reserveplatte, die den Rebuild sofort startet.

05.4 · Storage-Architekturen: DAS, NAS, SAN

AP2regelmäßig

DAS, NAS und SAN unterscheiden sich darin, wie ein Server auf seinen Speicher zugreift – direkt angeschlossen, über das normale Netzwerk oder über ein eigenes Speichernetz.

DASNASSAN
Anbindungdirekt am Serverüber LANeigenes Speichernetz
ZugriffBlockebeneDateiebene (SMB/NFS)Blockebene (LUN)
EinsatzEinzelserverzentrale Ablage, TeamsVirtualisierung, DB, RZ

DAS: SATA/SAS/USB. SAN: iSCSI oder Fibre Channel; der Server sieht die LUN wie eine eigene Platte.

Ergänzend: LTO-Bandlaufwerke für Langzeitarchiv und Offline-Kopien (ransomware-sicher, „Air Gap“), Objektspeicher (S3) in der Cloud. Prüfungsfrage gern: „Warum SAN für den Virtualisierungscluster?“ → Blockzugriff, zentral, schnell, Voraussetzung für Live-Migration.

05.5 · Backup-Strategien

AP1, AP2Häufig

Wie viel eine Sicherung kostet und wie aufwendig die Wiederherstellung ist, hängt von der gewählten Sicherungsart ab – Voll-, differenzielle und inkrementelle Sicherung unterscheiden sich genau darin.

ArtsichertPlatz/TempoWiederherstellung
Vollsicherungallesgroß / langsam1 Satz
Differenziellalles seit der letzten Vollsicherungwächst über die WocheVoll + Differenz (2 Sätze)
Inkrementellalles seit der letzten Sicherungklein / schnellVoll + Inkremente (Kette!)
Klassische Aufgabe: Voll am So (500 GB), täglich ändern sich 40 GB. Restore am Donnerstag: differenziell: So-Voll + Mi-Differenz (Mo–Mi = 120 GB) → 2 Medien inkrementell: So-Voll + Mo + Di + Mi (je 40 GB) → 4 Medien Kette darf nicht lückenhaft sein
  • 3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 verschiedene Medientypen, 1 Kopie außer Haus (oder offline/immutable – Ransomware!).
  • Generationenprinzip (Großvater–Vater–Sohn): Tages-, Wochen-, Monatsstände rotieren → mehrere Zeitpunkte wiederherstellbar.
  • RPO = maximal tolerierter Datenverlust (Zeit seit letzter Sicherung), RTO = maximale Wiederanlaufzeit. Und: Restore regelmäßig testen – ein ungetestetes Backup ist ein Gerücht.

05.6 · Hochverfügbarkeit & Monitoring

AP2regelmäßig

Hochverfügbarkeit bedeutet, Ausfälle durch Redundanz gar nicht erst zu einem Problem werden zu lassen – wie viel Ausfallzeit dabei noch toleriert wird, gibt die Verfügbarkeit in Prozent an.

Verfügbarkeit = Zeit ohne Ausfall ÷ Gesamtzeit 99,9 % („three nines“) ≈ 8 h 46 min Ausfall/Jahr 99,99 % ≈ 53 min Ausfall/Jahr Beispielaufgabe: SLA 99,5 % pro Monat (30 Tage) → 0,5 % · 720 h = 3,6 h erlaubt
  • SPOF (Single Point of Failure) identifizieren und beseitigen:
    • doppelte Netzteile
    • RAID
    • zwei Switches (Link Aggregation)
    • USV + Notstrom
    • Server-Cluster mit Failover
    • zweiter Standort
  • Cluster: aktiv/passiv (Standby übernimmt) vs. aktiv/aktiv (Lastverteilung). Heartbeat überwacht die Knoten.
  • Monitoring: SNMP (Abfrage von Geräten, Traps als Alarme), Syslog (zentrale Logs), Checks auf Dienste, Platz, Temperatur; Tools wie Zabbix, CheckMK, PRTG. Erst messen, dann alarmieren, dann eskalieren.

05.7 · Eigene Notizen

ungeprüft

Platz für das, was in Unterricht und Praktikum dazukommt. Abschnitt kopieren, Inhalt eintragen, später das Belegzeichen austauschen – System siehe Legende.