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01 · IT-Grundlagen & Daten

AP1

Das Rechen-Fundament der AP1: Zahlensysteme, Datenmengen, Codierung. Hier gibt es sichere Punkte – wenn die Präfix-Falle sitzt.

01.1 · Zahlensysteme

AP1Häufig

Ein Zahlensystem legt fest, mit wie vielen unterschiedlichen Ziffern gezählt wird und was jede Stelle einer Zahl wert ist. Rechner arbeiten intern ausschließlich dual, weil sich zwei elektrische Zustände – an und aus – am zuverlässigsten unterscheiden lassen; Hexadezimal dient als kompakte, für Menschen besser lesbare Schreibweise dafür.

SystemBasisZiffernTypischer Einsatz
Dezimal100–9Alltag
Dual (binär)20, 1alles im Rechner, Subnetzmasken
Hexadezimal160–9, A–FMAC-Adressen, IPv6, Farbcodes
Oktal80–7Linux-Dateirechte (chmod 754)

Rechenwege

Dezimal → Dual (fortgesetzte Division durch 2, Reste rückwärts lesen): 203 : 2 = 101 Rest 1 101 : 2 = 50 Rest 1 50 : 2 = 25 Rest 0 25 : 2 = 12 Rest 1 12 : 2 = 6 Rest 0 6 : 2 = 3 Rest 0 3 : 2 = 1 Rest 1 1 : 2 = 0 Rest 1 → 203 = 1100 1011 Dual → Dezimal (Stellenwerte addieren): 1100 1011 = 128 + 64 + 8 + 2 + 1 = 203 Dual ↔ Hex: immer 4 Bit = 1 Hex-Ziffer 1100 1011 → C B → 0xCB

Die Zweierpotenzen 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128 (und weiter bis 65 536) auswendig können – sie sind die Grundlage für Subnetting, Hostanzahlen und Speicheradressierung.

01.2 · Datenmengen & Präfixe – die Klassikerfalle

AP1Häufig

Datenmengen lassen sich dezimal (Faktor 1000, wie im Alltag) oder binär (Faktor 1024, wie im Rechner) angeben. Beide Systeme verwenden dieselben Vorsilben – Kilo, Mega, Giga –, meinen damit aber unterschiedliche Zahlen. Genau diese Doppeldeutigkeit ist die häufigste Fehlerquelle beim Rechnen mit Speicher- und Übertragungsgrößen.

dezimalbinär
Faktor10001024
EinheitenkB, MB, GB, TBKiB, MiB, GiB, TiB
1 Mega…1 000 000 Byte1 048 576 Byte

Wo welches System gilt

Die Zuordnung ist nicht Geschmackssache. Dezimal zählt alles, was pro Sekunde übertragen wird — Bandbreiten und Leitungsgeschwindigkeiten — sowie die Kapazitätsangaben der Festplattenhersteller. Binär zählt alles, was gespeichert wird: Dateigrößen, Arbeitsspeicher, Partitionen.

Der klassische Fehler

„1 KB = 1024 Byte“ ist falsch. Richtig ist entweder 1 kB = 1000 Byte oder 1 KiB = 1024 Byte.

Die falsche Schreibweise mischt den dezimalen Namen mit dem binären Wert. Der Prüfungskatalog verlangt für Datenmengen ausdrücklich die Binärpräfixe — hier kostet die falsche Einheit Punkte.

Beispiel: Warum die 1-TB-Platte nur 931 GB zeigt

Der Hersteller rechnet dezimal, das Betriebssystem binär. Dieselbe Platte, zwei Zahlen:

1 TB = 1 000 000 000 000 Byte

Dasselbe binär umgerechnet:

1 000 000 000 000 Byte 1024 · 1024 · 1024 ≈ 931,3 GiB

Windows beschriftet diesen binären Wert zusätzlich fälschlich als „GB“ statt „GiB“ — dieselbe Verwechslung, nur andersherum.

01.3 · Übertragungsraten & -zeiten berechnen

AP1Häufig

Wie lange eine Datenübertragung dauert, ergibt sich aus dem Verhältnis von Datenmenge zu Übertragungsrate – vorausgesetzt, beide Größen stehen in derselben Einheit. Genau das ist die Tücke: Datenmengen werden meist in Byte angegeben, Übertragungsraten dagegen in Bit pro Sekunde.

Grundformel — vorher alles auf Bit oder alles auf Byte bringen (1 Byte = 8 Bit):

Zeit = Datenmenge Übertragungsrate
Beispiel: 2,5 GiB Backup über eine 50-Mbit/s-Leitung – wie lange? Datenmenge: 2,5 GiB = 2,5 · 1024 · 1024 · 1024 Byte ≈ 2,684 · 10⁹ Byte · 8 = 21,47 · 10⁹ Bit Rate: 50 Mbit/s = 50 · 10⁶ Bit/s
Zeit = 21,47 · 10⁹ Bit 50 · 10⁶ Bit/s ≈ 429 s ≈ 7 min 9 s

In Prüfungsaufgaben oft eingekleidet: „Reicht das nächtliche Backupfenster?“, „Wie lange dauert die Übertragung der Image-Datei?“ – der Rechenweg ist immer derselbe.

01.4 · Zeichencodierung

AP1gelegentlich

Damit ein Rechner Text verarbeiten kann, muss jedem Zeichen eine Zahl zugeordnet sein – diese Zuordnung regelt eine Zeichencodierung. Über die Jahrzehnte haben sich mehrere Standards abgelöst: von der reinen 7-Bit-Codierung ASCII bis zum heute üblichen Unicode mit seiner UTF-8-Codierung.

  • ASCII: 7 Bit, 128 Zeichen – nur englisches Alphabet, Ziffern, Steuerzeichen. Keine Umlaute.
  • Unicode: Zeichenvorrat für praktisch alle Schriften der Welt (Codepoints wie U+00E4 für „ä“).
  • UTF-8: die verbreitetste Codierung von Unicode – variable Länge (1–4 Byte), ASCII-kompatibel: die ersten 128 Zeichen sind identisch, deshalb ist UTF-8 der Web-Standard.

Prüfungstypisch: „Warum werden Umlaute als kryptische Zeichen (ä) angezeigt?“ → Datei UTF-8-codiert, aber als ISO-8859-1/ANSI interpretiert (oder umgekehrt).

01.5 · Dateigrößen: Bild, Audio, Video

AP1regelmäßig

Die unkomprimierte Größe einer Bild-, Audio- oder Videodatei lässt sich direkt aus ihren Rohdaten berechnen – aus Auflösung und Farbtiefe beim Bild, aus Samplingrate, Bittiefe und Kanälen beim Ton.

Bild: Breite (px) · Höhe (px) · Farbtiefe (Bit) ÷ 8 = Byte Beispiel: 1920 · 1080 · 24 Bit ÷ 8 = 6 220 800 Byte ≈ 5,93 MiB Audio: Samplingrate · Sampletiefe · Kanäle · Dauer ÷ 8 Beispiel CD-Qualität, 3 min: 44 100 Hz · 16 Bit · 2 · 180 s ÷ 8 = 31 752 000 Byte ≈ 30,3 MiB Video (unkomprimiert): Bildgröße · Bildrate · Dauer

Dazu gehört das Begriffspaar verlustfreie Kompression (ZIP, PNG, FLAC – Original wiederherstellbar) vs. verlustbehaftete (JPEG, MP3, H.264/265 – kleiner, aber Information weg). Raster- vs. Vektorgrafik: Pixel skalieren schlecht, Vektoren (SVG) beliebig.

01.6 · Prüfziffern & Parität

AP1gelegentlich

Prüfziffern erkennen Übertragungs- und Tippfehler: Aus den Nutzziffern wird nach einer festen Regel eine Zusatzziffer berechnet (EAN-13, IBAN, ISBN). Stimmt sie beim Empfänger nicht, ist die Nummer fehlerhaft.

Paritätsbit: einfachste Fehlererkennung auf Bitebene – ein Zusatzbit macht die Anzahl der Einsen gerade (gerade Parität) oder ungerade. Erkennt 1-Bit-Fehler, korrigiert aber nichts.

In der Prüfung wird die Berechnungsregel meist vorgegeben – wichtig ist, sie sauber Schritt für Schritt anzuwenden und das Prinzip (Fehlererkennung, nicht -korrektur) erklären zu können.

01.7 · Eigene Notizen

ungeprüft

Platz für das, was in Unterricht und Praktikum dazukommt. Abschnitt kopieren, Inhalt eintragen, später das Belegzeichen austauschen – System siehe Legende.