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Subnetzberechnung

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Vollständiger, manuell nachvollziehbarer Rechenweg für Subnetting-Aufgaben – jeder Schritt einzeln, mit allen binären Zwischenschritten. Ergänzt die Kurzfassung in 03.3 · Subnetting um alle fünf Netze sowie zwei IPv6-Beispiele.

Aufgabe: IPv4: 142.213.10.40 /15 in 5 Netze aufteilen.

Eine IPv4-Adresse besteht aus 4 Blöcken (Oktetten) zu je 8 Bit, getrennt durch Punkte. Umgewandelt wird blockweise: immer ein Oktett auf einmal, nicht die ganze Adresse als eine lange Zahl.

Schritt 1 · Die gegebene IP in binär umwandeln

1000 1110 . 1101 0101 . 0000 1010 . 0010 1000

Schritt 2 · Die Subnetzmaske als binär aufschreiben

Die Subnetzmaske hat denselben Aufbau – ebenfalls 4 Blöcke zu je 8 Bit, auch hier wird Block für Block umgewandelt. Anhand von /15 wissen wir, dass die 32-Bit-Subnetzmaske zu Beginn aus 15 Einsen, die fest reserviert sind, besteht.

1111 1111 . 1111 1110 . 0000 0000 . 0000 0000 ≙ 255.254.0.0

Schritt 3 · Wie viele Bits brauchen wir, um 5 Netze zu bilden?

Mit 1 Bit können 2 Zustände erzeugt werden, mit 2 Bit 4 Zustände, mit 3 Bit 8 Zustände usw. Für 5 Netze brauchen wir das nächstgrößere, also 8 Zustände, also 3 Bits. Das alte Netz hat /15, die neuen Netze /18 (/15 + 3 Bits).

Schritt 4 · Maske und IP um die 3 Bits erweitern

Für die Subnetzmaske bedeutet das: 3 zusätzliche Bits werden auf 1 gesetzt.

aus 1111 1111 . 1111 1110 . 0000 0000 . 0000 0000 /15 ≙ 255.254.0.0 wird 1111 1111 . 1111 1111 . 1100 0000 . 0000 0000 /18 ≙ 255.255.192.0

Und auch in der gegebenen IP-Adresse werden an der gleichen Stelle die 3 Bits auf 0 gesetzt und alles rechts davon auf 0:

aus 1000 1110 . 1101 0101 . 0000 1010 . 0010 1000 /15 wird 1000 1110 . 1101 0100 . 0000 0000 . 0000 0000 /18

Schritt 5 · Die 3 Bits hochzählen (000 bis 111)

Punkte zwischen den Oktetten ignorieren. Das Ergebnis ist jeweils die Netz-ID (die erste Adresse) des Subnetzes. Nur 5 von 8 werden benötigt, deshalb werden 3 gestrichen:

1000 1110 . 1101 0100 . 0000 0000 . 0000 0000 ≙ 142.212.0.0 1000 1110 . 1101 0100 . 0100 0000 . 0000 0000 ≙ 142.212.64.0 1000 1110 . 1101 0100 . 1000 0000 . 0000 0000 ≙ 142.212.128.0 1000 1110 . 1101 0100 . 1100 0000 . 0000 0000 ≙ 142.212.192.0 1000 1110 . 1101 0101 . 0000 0000 . 0000 0000 ≙ 142.213.0.0 1000 1110 . 1101 0101 . 0100 0000 . 0000 0000 ≙ 142.213.64.0 1000 1110 . 1101 0101 . 1000 0000 . 0000 0000 ≙ 142.213.128.0 1000 1110 . 1101 0101 . 1100 0000 . 0000 0000 ≙ 142.213.192.0

Schritt 6 · Netz-ID, Broadcast und Hostspektrum angeben

Die erste Adresse im Subnetz ist die Netz-ID, die letzte die Broadcast-IP, alles dazwischen das Hostspektrum.

Subnetz 1: 1000 1110 . 1101 0100 . 0000 0000 . 0000 0000 ≙ 142.212.0.0

Netz-ID: 142.212.0.0 /18 (die erste Adresse) Hostspektrum: 142.212.0.1 – 142.212.63.254 /18 (der Bereich dazwischen) Broadcast-IP: 142.212.63.255 /18 (die letzte Adresse)

Subnetz 2: 1000 1110 . 1101 0100 . 0100 0000 . 0000 0000 ≙ 142.212.64.0

Netz-ID: 142.212.64.0 /18 (die erste Adresse) Hostspektrum: 142.212.64.1 – 142.212.127.254 /18 (der Bereich dazwischen) Broadcast-IP: 142.212.127.255 /18 (die letzte Adresse)

Subnetz 3–5 (142.212.128.0, 142.212.192.0, 142.213.0.0) nach demselben Muster.

IPv6-Subnetting

Eine IPv6-Adresse hat eine Länge von 128 Bit: 64 Bit Netzteil, 64 Bit Hostteil. Für die Aufteilung in mehrere Netze ist nur der Netzteil notwendig – das Prinzip ist dasselbe wie bei IPv4, nur ohne die „minus zwei“-Regel, weil es in IPv6 keine Broadcast-Adresse gibt.

Beispiel 1: 2001:DB8::/48 in 4 Subnetze aufteilen

Schritt 1 · Die gegebene IP in binär umwandeln

0010 0000 0000 0001 : 0000 1101 1011 1000 : 0000 0000 0000 0000 : 0000 0000 0000 0000 :: /48

Schritt 2 · Bits anfügen

Wir benötigen 2 Bits für 4 Subnetze. Durch /48 sind bereits die ersten 48 Bit reserviert. 2 neue Bits für 4 Zustände werden angefügt:

0010 0000 0000 0001 : 0000 1101 1011 1000 : 0000 0000 0000 0000 : 0000 0000 0000 0000 :: /50

Schritt 3 · Die 2 Bits hochzählen (00 bis 11)

Subnetz 1: 0010 0000 0000 0001 : 0000 1101 1011 1000 : 0000 0000 0000 0000 : 0000 0000 0000 0000 :: /50 ≙ 2001:0DB8:0:0000:: /50 Subnetz 2: 0010 0000 0000 0001 : 0000 1101 1011 1000 : 0000 0000 0000 0000 : 0100 0000 0000 0000 :: /50 ≙ 2001:0DB8:0:4000:: /50 Subnetz 3: 0010 0000 0000 0001 : 0000 1101 1011 1000 : 0000 0000 0000 0000 : 1000 0000 0000 0000 :: /50 ≙ 2001:0DB8:0:8000:: /50 Subnetz 4: 0010 0000 0000 0001 : 0000 1101 1011 1000 : 0000 0000 0000 0000 : 1100 0000 0000 0000 :: /50 ≙ 2001:0DB8:0:C000:: /50

Die ersten drei 16-Bit-Blöcke (2001:0DB8:0) bleiben in allen vier Subnetzen gleich, nur der vierte Block ändert sich. Bei Subnetz 1 kürzt sich die 0000 am Ende weg.

Beispiel 2: EEFC:22:AFFE::/47 in 2 Subnetze aufteilen

1110 1110 1111 1100 : 0000 0000 0010 0010 : 1010 1111 1111 1110 : 0000 0000 0000 0000 :: /47

Wir benötigen 1 Bit für 2 Subnetze:

1110 1110 1111 1100 : 0000 0000 0010 0010 : 1010 1111 1111 1110 : 0000 0000 0000 0000 :: /48 ≙ EEFC:22:AFFE:: /48 1110 1110 1111 1100 : 0000 0000 0010 0010 : 1010 1111 1111 1111 : 0000 0000 0000 0000 :: /48 ≙ EEFC:22:AFFF:: /48

Rechenweg gegengeprüft mit Pythons ipaddress-Modul (Stand: September 2026).